Kaninchen Meerschweinchen Goldhamster
- Altersbestimmung - physiologische Daten - Käfig
- Rassenvielfalt - Die Haltung und Fütterung - Umgebungstemperatur
- Hitze - Geschlechtsdifferenzierung - Futter
- Haltung - Einzelgänger
- Fütterungsmethode - Jungtiere
- Wasserversorgung - physiol. Daten einiger Hamsterarten
- Geschlechtsbestimmung

Kaninchen


Das Hauskaninchen stammt vom Europäischen Wildkaninchen ab. Dieses und der Feldhase sowie die Familie der Pfeifhasen gehören in die Ordnung der Hasenartigen. Diese Säugetierordnung zeichnet sich durch ein zweites Schneidezahnpaar im Oberkiefer aus. Direkt hinter den optisch auffallenden breiten und scharfen Schneidezähnen befindet sich noch ein Paar kleiner stiftartiger Zähne. Im Aussehen und Verhalten unterscheidet sich das Wildkaninchen sehr deutlich von seinem nächsten Verwandten, dem Feldhasen:

Wildkaninchen Feldhase
Körpergewicht 2 bis 3 kg 5 bis 7 kg
Körperlänge 40-50cm 60 bis 70 cm
Ohrlänge 7 bis 8 cm (kurz) 12 bis 14 cm (lang)
Farbe grau braunrot
Chromosomenzahl 44 48
Trächtigkeitsdauer 31 Tage 42 Tage
Zustand der Jungen bei der Geburt nackt und blind, Nesthocker behaart und sehend, Nestflüchter
Sozialverhalten gesellig in Kolonien ungesellig, paarweise
Lebensweise Grabtier, Höhlenbewohner Lauftier, nur oberirdisch


Es gibt weit über 100 Kaninchenrassen und Farbschläge. Die Rassenvielfalt reicht vom 1 kg leichten Zwergkaninchen bis zum Deutschen Riesen mit einem Gewicht von 8 kg. Neben den vielen Farben ist auch die Haarlänge ein besonderes Rassemerkmal. Wie Samt fühlt sich das Fell der kurzhaarigen Rexkaninchen an, während das Angorakaninchen durch sein langes feines Haarkleid imponiert und über 1000 g Wolle pro Jahr produzieren kann.

Obwohl das Kaninchen aus südlichen Gefilden stammt, kann es Hitze sehr schlecht vertragen. Als Höhlenbewohner und Dämmerungstier verbringt es die heiße Zeit des Tages im kühlen Bau. Besonders bei Transporten an Sommertagen, auch bei der Fahrt zum Tierarzt kann es deshalb zu Todesfällen kommen. Seine optimale Umgebungstemeratur beträgt 18°C. Temperaturen über 25 °C sind kritisch.

Das Halten von Heimkaninchen in der Gruppe ist wegen der Rangordnungskämpfe mit Schwierigkeiten verbunden. Die gemeinsame Haltung von unkastrierten Rammlern ist unmöglich. Häsinnnen und kastrierte Rammler leben meist verträglich zusammen, auch wenn ab und an aggressives Verhalten aufflammt.
Heimkaninchen sind von Natur aus sauber. Sie setzen ihren Urin und Kot an bestimmtem Plätzen ab. Ältere Rammler scheinen manchmal unsauber, weil sie ihr Revier mit Kotkügelchen, die durch Sekret der Analdrüsen besonders riechen, abgrenzen wollen. Die Angewohnheit, mit dem Kinn an Gegenständen zu reiben ist kein Juckreiz. Sie ist als arttypisch bei Wildkaninchen beschrieben.
Die meisten Kaninchen sind friedliche angenehme Heimtiere. Aber es gibt individuelle Ausnahmen. Besonders temperamentvolle Typen und auch Tiere mit Wildkaninchenblut können ihren Pfleger beißen und kratzen.

Die Haltung der Heimkaninchen erfolgt vorwiegend in Käfigen oder selbstgebauten Ställen ähnlicher Art. Der Platzbedarf für ein erwachsenes Kaninchen beträgt mindestens 2 m² . Freilauf ist für das Wohlbefinden und artgerechte Verhalten des Kaninchens günstig. Ohne Aufsicht kann ein Kaninchen in der Wohnung viel Schaden anrichten (Tapeten, Teppiche). Es ist aber auch selbst durch Elektrokabel, Türen, usw. gefährdet. Als Einstreu eignen sich Stroh und Heu. Die normale Zimmerwärme empfindet ein Kaninchen als behaglich. Wird es allerdings im Freien gehalten und trägt ein schützendes Winterfell, sollte es nicht in die warme Wohnung geholt werden, da es an niedrigere Temperaturen angepaßt ist. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 % liegen.

Um das Risiko von Verdauungsstörungen bei wachsenden Tieren gering zu halten, sollte der Rohfasergehalt nicht unter 14 % sinken. Beim erwachsenen Tier, das keine Zuchtleistung vollbringt, ist ein Rohfaseranteil um 22 % zu empfehlen, um einer Verfettung vorzubeugen. Dieser hohe Wert kann durch knappe Gaben von Fertigfutter, Grünfutter und Wurzelfrüchten und reichliche Fütterung mit gutem Heu erreicht werden.

DieWasserversorgung nur über Grünfutter und Wurzelfrüchte ist in vielen Fällen nicht ausreichend. Dem Kaninchen sollte immer frische Wasser zur Verfügung stehen. Aus hygienischen Grunden darf es nicht in Schüsseln, sondern soll in Trinkflaschen angeboten werden. Ein zwei Kilogramm schweres Kaninchen braucht mindestens 0,25 Liter Wasser täglich. Bei heißem Wetter oder während der Säugeperiode ist eine mehrfache Menge nötig.

Nur dem Geübten ist es möglich, am ersten Lebenstag des Heimkaninchens dessen Geschlecht zu bestimmen. Die männliche Geschlechtsöffnung ist durch einen schmalen Zwischenraum von der Afteröffnung getrennt. Das weibliche, mehr schlitzförmige Geschlechtsteil scheint näher an der Afteröffnung zu liegen. Im Alter von 4 Wochen zeigt sich durch Hervorstülpen des Geschlechtsorgans beim weiblichen Tier ein Spalt, während beim Rammler ein jugendlicher Penis zu sehen ist.

Altersbestimmung
Neugeboren: Die Jungtiere sind blind und unbehaart. Die Haut läßt aber schon die Farbe des künftigen Haarkleides erkennen. Die Bewegungen sind noch unkoordiniert.
4 - 5 Tage: Die Haut trägt bereits eine feine samtartige Behaarung.Der Kopf wird aufrecht getragen. Die Bewegungen sind koordiniert.
8 Tage: Ein feines seidiges Haarkleid ist ausgebildet.
9 - 10 Tage: Die Augenlider öffnen sich.
3 Wochen: Die Jungtiere verlassen das Nest und beginnen selbstständig Futter aufzunehmen.
3 - 5 Wochen: Das bleibende Gebiß mit 28 Zähnen ist vollständig ausgebildet.
Etwa 6 Monate: Die Kaninchen sind Geschlechtsreif.
Erwachsenenalter: Das Alter eines gesunden erwachsenen Tieres ist kaum bestimmbar, wenn es nicht tätowiert ist. Bei Häsinnen ist oft die Wamme, eine mehr oder weniger große Hautfalte am Hals, ein Hinweis auf ein reiferes Alter.
7 - 8 Jahre: Das Haarkleid wird dünner und struppiger. Im Auge zeigt sich ein beginnender Alterstar. Im höheren Alter nehmen die Tiere meist deutlich an Gewicht ab. Das Kaninchen hat im Allgemeinen eine Lebenserwartung von maximal 12 Jahren.

Entnommen aus: Krankheiten der Heimtiere, K. Gabrisch, P. Zwart, 3. Auflage, Hannover, Schlütersche 1995

zum Anfang dieser Seite
Meerschweinchen




Die Abstammung des Hausmeerschweinchens ist zurückzuführen auf eine der beiden in den Anden lebenden Wildformen. Das Meerschweinchen wurde bereits 1000 bis 500 vor Christus domestiziert und zählt somit zu den ältesten Haustieren. Im 16. Jahrhundert kam es nach Europa. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Tiere ist Südamerika, wo sie in bis zu 4200 m Höhe gelegenen Gebieten mit permanentem Graswuchs leben. Es sind diese Gräser, durch die das Meerschweinchen ständig mit Vitamin C , (das es nicht selbst im Körper bilden kann) versorgt wird. Meerschweinchen sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere von 20 bis 36 cm Körperlänge. Sie leben in kleinen Rudeln und bewohnen flache Erdbauten, die sie entweder selbst graben oder von anderen Tieren übernehmen. Die Verständigung der Rudelmitglieder untereinander erfolgt akustisch. Die Bedeutung der gemeinsamen Pfeifkonzerte ist bisher nicht geklärt. Man kennt heute verschiedene Formen, wie a) die englische Glatthaar, b) die abessinische, ebenfalls kurzhaarig mit struppigem Haar oder Rosetten, und c) die langhaarige Peruanische oder die Angoraform. Innerhalb dieser Gruppen gibt es zahlreiche Farbvarianten.

Physiologische Daten:

Körpergewicht männlich 1000-1800 g
Körpergewicht weiblich 700-1000 g
Geburtsgewicht 50-100g
Körpertemperatur 37,4-39,5
Lebenserwartung 4-8 Jahre
Futterverbrauch 6g/100g/Tag
Wasserverbrauch 10ml/100g/Tag
Geschlechtsreife männlich 60 Tage
Geschlechtsreife weiblich 28-35 Tage
Zykluslänge 14-18 Tage
Brunst 6-36 Stunden
Trächtigkeitsdauer 59-72 Tage
Wurfgröße 2-5 Stück
Absetzalter 14-18 Tage (180 g)
Hodenabstieg 6 Wochen
Atemfrequenz 45-150/min
Herzfrequenz 230-380/min

Die Haltung und Fütterung:

Das Meerschweinchen benötigt einen Käfig von 80 cm Länge, 60 cm Breite und 35 bis 50 cm Höhe. Als Einstreu können nichtimprägnierte Sägespäne sowie weiches Stroh und Heu dienen. Torfmull ist wegen seiner staubigen Beschaffenheit und der Gefahr von Pilzinfektionen weniger geeignet. Die Bodenschicht sollte mindestens 4 cm dick sein, sonst besteht die Gefahr von Ballengeschwüren. Als Fluchttier sollte dem Meerschweinchen eine Möglichkeit zum Verstecken geboten werden. Die optimale Umgebungstemperatur beträgt 18 bis 26 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 70%. Zugluft und Temperaturschwankungen sind zu vermeiden. Bei höheren Temperaturen, z.B. wenn der Käfig in der Nähe eines Heizkörpers steht, zeigen die Tiere erhöhte Infektionsanfälligkeit. Im Sommer sollte nach Möglichkeit Weideauslauf geboten werden, mit Sonnenschutz, da Meerschweinchen hitzschlagempfindlich sind. Wenigstens einmal wöchentlich ist der Käfig zu säubern.

Täglich benötigt ein ausgewachsenes Tier 10 bis 20 g Kraftfutter und 40 bis 70 g Saftfutter, bei Pelletalleinfutter 20 bis 60 g. Die Nahrung sollte vollwertig, einwandfrei und möglichst gleichbleibend sein sowie mindestens 15 % Rohfaser, 18 % Rohprotein und 4 % Fett enthalten. Die Futterzusammensetzung soll sich nur langsam, saisonbedingt, ändern. Plötzliche Umstellungen sind zu vermeiden. Verfüttern kann man Gras, Löwenzahn, Chicorée, Salat, Futter- oder Steckrüben, Kohl, in kleinen Mengen Kartoffeln, Kohlrabi, Spinat, Sellerie, Karotten, Tomaten, Gurken, Äpfel, Birnen, grünes Getreide, hartes Brot, Hundekuchen. Körnermischungen können enthalten: Mais, Gerste, Hafer, Haferflocken, Weizen, gekochten Reis, Kartoffelflockenkleie. Ausreichend Heu von guter Qualität ist wichtig für die Verdauungstätigkeit. Grünfutter aus dem Freiland sollte von unbedenklichen Standorten stammen (Bleigehalt, Insektizide und Herbizide!). Heu und Grünfutter kann in einer Raufe angeboten werden, Trinkwasser in Flaschen mit Saufstutzen. Ist keine ausreichende Vitamin-C-Versorgung gewährleistet, so sollten dem Trinkwasser täglich 20 mg Ascorbinsäure und 100 mg Zitronensäure pro 100 ml zugesetzt werden. Grundsätzlich ist es von Vorteil, täglich Ascorbinsäure zu verabreichen, damit lassen sich Schwankungen in der Futterqualität auffangen.

Geschlechtsdifferenzierung:

Diese bereitet auch bei Neugeborenen meist keine Schwierigkeit. Beim Männchen bildet der Anus mit den Perinealtaschen eine Öffnung, kranial davon befindet sich der Penis, welcher sich durch leichten Daumendruck auf den Bauch vor der Harnröhrenmündung ausschachten läßt. Beim Weibchen ist die Anogenitalregion Y-förmig, Harnröhre, Scheide und After münden in einem gemeinsamen Punkt. Durch beidseitigen leichten Druck mit Daumen und Zeigefinger, kann man die Vaginalöffnung ausstülpen.

Entnommen aus: Krankheiten der Heimtiere, K. Gabrisch, P. Zwart, 3. Auflage, Hannover, Schlütersche 1995

zum Anfang dieser Seite
Goldhamster



Gezüchtet wird der Goldhamster seit 1930. Als Heimtier ist das possierliche Tierchen seit 1945 beliebt, da es leicht zu zähmen und relativ wenig krankheitsanfällig ist. Neben dem Syrischen Goldhamster werden noch andere Arten gehalten: Daurischer Zwerghamster (grau mit Aalstrich), Chinesischer Zwerghamster (leicht grau, meist ohne Aalstrich), Dsungarischer Zwerghamster und unter Umständen der wesentlich größere Europäische Hamster. Vom Goldhamster sind die verschiedensten Farbvarianten und Fellarten gezüchtet worden. Auffällig sind die langhaarigen Goldhamster (Teddybären, die es mit glänzendem oder mit stumpfem Fell gibt).

Die großen Backentaschen dienen der vorübergehenden Futteraufbewahrung während des Transports. Es wird Gehamstert, solange Futter vorhanden ist. Erst wenn alles in die Vorratskammer geschafft ist, fangen die Tiere an zu fressen. Muttertiere verstecken bei Gefahr ihre Jungen in den Backentaschen.

Der Goldhamster benötigt einen Käfig von 50 x 30 x 35 cm. Waagerechte Stäbe werden als willkommene Klettermöglichkeit genutzt. Als Boden sollte eine gut zu reinigende Kunststoffwanne dienen. Ein Schlafhäuschen von 15 x 15 x 10 cm mit einem Einschlupfloch von 5 x 5 cm wird gerne angenommen. Laufrollen für das tägliche Bewegungstraining sind ratsam. Als Einstreu können Sägespäne, Holzwolle und Zellstoff Verwendung finden. Torfstreu ist weniger geeignet, da der eingeatmete Staub die Gesundheit schädigen kann. Die Reinigung des Käfigs erfolgt 1 bis 2 mal pro Woche.
Die optimale Umgebungstemperatur beträgt 18 bis 26°C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 70%. Bei Temperaturen von 15 bis 5°C verfällt der Goldhamster in einen Pseudowinterschlaf, auch zu kurze Lichtperioden und Futterknappheit können einen solchen Zustand verursachen. Das Tier liegt dann zusammengekauert, und erscheint wie im Koma.

Der Goldhamster benötigt täglich 15 bis 20 g Futter , darin sollten 16% Rohprotein, 60 bis 65% Kohlenhydrate und 4 bis 5% Fett enthalten sein. Empfehlenswert ist ein Pelletalleinfutter, auch ein Trinkspender mit frischem Wasser soll ständig vorhanden sein. Als Futtermittel sind ferner geeignet: alle Getreidesorten, hartes Brot, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Nüsse, Zweige und Knochen, zum Nagen auch Hundekuchen. Als Saftfutter dienen Salat, Möhren, Äpfel, Birnen, Löwenzahn, Kohl und andere. Ein unzureichender Anteil an tierischem Eiweiß kann beim Hamster zu einem Eiweißmangel führen, der sich in allgemeiner Schwäche, Abmagerung und Muskelschwund äußert. Zur Deckung dieses Eiweißbedarfes können Milch, Fleisch, Leber, Mehrlwürmer, Fisch und hartgekochtes Ei verabreicht werden. Um Verdauungsstörungen vorzubeugen, sollte die Fütterung vielseitig gestaltet werden; plötzliche Futterwechsel und die Verabreichung von verdorbenem und verschimmeltem Futter sind zu vermeiden. Die Vorratskammer muß regelmäßig auf leicht verderbliches Futter kontrolliert werden.

Der Goldhamster ist ein Einzelgänger, wobei aber besonders das Männchen ein relativ friedliches Tier ist, das bei ruhigem Handling und genügend Zuwendung leicht zahm wird. Als einem nachtaktiven Tier sollte dem Hamster Zeit gelassen werden, langsam aufzuwachen, bevor man ihn anfaßt. Vernachlässigung, falsche Haltung und Fütterung, Krankheiten, Reizung durch Lärm und ungeschicktes Anfassen fördern die Beißsucht und den Kannibalismus. Zur Verhinderung des letztgenannten sollten Muttertiere, besonders Erstgebärende, in der ersten Woche nach der Geburt wenig gestört und die Jungtiere in den ersten 5 bis 10 Tagen möglichst nicht angefaßt werden. Vor der Geburt wird das